Hausmusik statt House Music – das Revival
Wer sagt eigentlich, dass man in die Großraumdisko gehen muss, um gute Musik zu hören und Leute zu treffen? Und vor allem: Wie viele Leute müssen um einen herum stehen, bis man sich allein fühlt? Die Anonymität und Austauschbarkeit dieser Events, treibt in letzter Zeit immer mehr junge Leute um, sich nach Alternativen umzusehen. Dabei treffen sie immer öfter auf ein neues Phänomen, das eigentlich gar keines ist, weil es schon immer da war. Die Rede ist von hausgemachter Musik oder – „Hausmusik“.
Das bessere Erleben von Musik
Ungezwungen mit netten Leuten den Abend zu verbringen, um hin und wieder gemeinsam zu einem Instrument zu greifen, liegt im Trend. Dabei geht es nicht ums Proben und unbedingt besser zu werden, sondern um das bessere Erleben von Musik. Man braucht also kein Plissee als Blendschutz beim Musizieren, weil man in irgendwelchen Kellerlöchern, möglichst abgeschiedenen, darauf wartet entdeckt zu werden. Nein, hier geht es um den Unterschied im gemeinsamen Erleben der Musik. Wer ein Instrument spielt oder einfach Lust hat zu singen, der macht mit, die andere Hälfte ist als Publikum Teil davon. Wobei die Rollen fließend sind. Wer eben noch mitmachte, hört jetzt einfach zu, was aus dem wird, dass man selber kurz zuvor mitgestaltet hat. Die Zeiten des romantischen Solo-Gitarrengeklimpers sind – Gott sei Dank – vorbei.
Niemand wird ignoriert
Auch verschiedenste Richtungen von Musik treffen so auf interessante Weise zusammen. Wer etwas Ruhe braucht, um der Runde musikalisch etwas mitzuteilen, der stellt sich eben spontan vor den Flächenvorhang mit Noten-Motiv, um sich die Bühne für einen Moment zu sichern. Auch wenn Geselligkeit der eigentliche Anlass von Hausmusik ist: Niemand wird ignoriert, jeder Beitrag ist wichtig und darum produktiv.
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